Digitale Editionen#

Digitale Editionen gehören zu den etabliertesten Feldern der Digital Humanities – und doch bleibt die Frage, wie Texte erschlossen, annotiert und publiziert werden sollten, stets neu verhandelbar. Für dieses Kapitel habe ich zwei Beiträge ausgewählt, die das Feld der digitalen Editionen aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: einerseits ein hands-on Workshop zu einem etablierten Publikationswerkzeug, andererseits ein konzeptueller Beitrag, der die medialen Grenzen der Edition selbst in den Blick nimmt.

Workshop: TEI Publisher reloaded: Digitale Editionen mit System – modular, nachhaltig, community-orientiert (Richard Diebel, Nils Berns, Andreas Christ, Wolfgang Meier, Magdalena Turska, Lars Windauer)#

Im Rahmen eines Workshops zur neuen Version des TEI Publishers konnten wir das Tool direkt erproben. Der TEI Publisher ist eine auf eXist-db basierende Open-Source-Plattform, die es ermöglicht, TEI-XML-Dokumente ohne tiefgreifende Webentwicklungskenntnisse in ansprechende digitale Editionen zu überführen. Die neue Version setzt auf einen modularen Ansatz mit konfigurierbaren Profilen, die sowohl die Wartung vereinfachen als auch die Einstiegshürde für eigene Projekte deutlich senken. In der hands-on Session wurde schnell deutlich, wie niedrigschwellig sich mittlerweile visuell ansprechende Editionsanwendungen erstellen lassen.

Doctoral Consortium: Möglichkeiten und Potenziale von inter- und transmedialen Editionen (Dennis Friedl)#

Am Beispiel der Erich Wolfgang Korngold-Werkausgabe diskutierte der Vortrag das Konzept der hybriden Edition, bei der digitale und gedruckte Varianten nicht bloß parallel existieren, sondern gezielt zusammenspielen – etwa über QR-Codes, die beide Medien miteinander verknüpfen. Interessant ist hier auch die Überlegung, die spezifischen Eigenarten einzelner Ausgabemedien produktiv zu nutzen: Die Mobilität und Touch-Interaktion des Smartphones, die Vertikalität des Displays oder die Immersion von VR/AR eröffnen jeweils eigene Formen des Editionskonsums.