Das DHd-Mentoringprogramm#

Der DHd-Verband schreibt jährlich ein Mentoringprogramm für Early Career Wissenschaftler:innen in den Digital Humanities aus. Ziel des Programms ist es, Nachwuchswissenschaftler:innen bei der Orientierung und Positionierung in einem interdisziplinären Forschungsfeld zu unterstützen, in dem sich fachdisziplinäre und digitale Perspektiven überschneiden.

Ich habe am Mentoringprogramm im Jahrgang 2025/2026 teilgenommen.

An wen richtet sich das Programm?#

Das Mentoringprogramm richtet sich insbesondere an:

  • Promovierende in den Digital Humanities

  • fortgeschrittene Masterstudierende

  • PostDocs

  • Wissenschaftler:innen, die digitale Methoden einsetzen und bislang wenig Anbindung an die DH-Community haben

Wobei unterstützt das Mentoring?#

Das Programm bietet Unterstützung bei:

  • der fachlichen Profilbildung an der Schnittstelle von Disziplin und Digital Humanities

  • der Karriereplanung innerhalb und außerhalb der Wissenschaft

  • Fragen zu Methoden, Tools und Forschungsinfrastrukturen

  • der Orientierung in der DH-Community und dem Aufbau von Netzwerken

Formate und Veranstaltungen#

Das Mentoringprogramm kombiniert mehrere Formate:

Individuelles Mentoring#

  • Begleitung durch eine:n Mentor:in über 12 Monate

  • gemeinsame Festlegung von Zielen zu Beginn des Mentorings

  • mindestens vier strukturierte (Online-)Treffen

  • thematische Ausrichtung nach den individuellen Bedürfnissen der Mentees

Peer-to-Peer-Mentoring#

  • Vernetzung der Mentees untereinander

  • Austausch von Erfahrungen und Ressourcen

  • informelle Zusammenarbeit zu Tools, Methoden oder Fragestellungen

Begleitende Veranstaltungen#

  • Kick-off-Veranstaltung mit einer Mentoring-Expertin zu Beginn des Mentoringjahres

  • Meet and Greet im Rahmen der DHd-Jahrestagung

Was ist Mentoring?#

Mentoring ist eine unterstützende Beziehung zwischen einer erfahrenen Person (Mentor:in) und einer weniger erfahrenen Person (Mentee), die auf freiwilligem Austausch, Vertrauen und Reflexion basiert. Mentor:innen fungieren dabei als Vorbilder, geben Feedback und teilen ihre eigenen Erfahrungen im Feld der Digital Humanities.

Ziel des Mentorings ist es, Mentees dabei zu unterstützen,

  • ihre Karriereziele und -optionen zu reflektieren,

  • Prioritäten zu setzen und persönliche Entwicklungsfelder zu identifizieren,

  • eine Richtung für die weitere Karriereentwicklung zu entwickeln,

  • Motivation, Orientierung und konstruktives Feedback zu erhalten.

Ein zentraler Bestandteil des Mentorings ist die Weitergabe von informellem Wissen (tacit knowledge) über Strukturen, Erwartungen und Abläufe im wissenschaftlichen und DH-spezifischen Umfeld, das in formalen Kontexten oft nicht explizit vermittelt wird. Mentoring versteht sich dabei als begleitender Coachingprozess auf Augenhöhe – nicht als Bewertung oder Kontrolle.

Was ist Mentoring nicht?#

Mentoring ist keine Betreuung im formalen Sinne. Mentor:innen übernehmen keine fachliche oder institutionelle Verantwortung für die Arbeit der Mentees, etwa in Form einer Co-Betreuung von Abschlussarbeiten oder Dissertationen. Eine solche Konstellation würde einen Rollenkonflikt darstellen und ist ausdrücklich nicht Ziel des Mentorings.

Ebenso ist Mentoring nicht gleichzusetzen mit Sponsorship. Während Sponsor:innen aktiv Karrierechancen eröffnen – etwa durch Empfehlungsschreiben, gezielte Förderungen oder den Aufbau konkreter Kooperationen –, bleiben Mentor:innen primär in einer beratenden und reflektierenden Rolle. Eine Ausweitung in Richtung Sponsorship kann sich im Einzelfall ergeben, ist jedoch weder vorgesehen noch verpflichtend.

Darüber hinaus sind Mentor:innen

  • keine Mediator:innen in Konfliktsituationen,

  • keine psychologischen Berater:innen,

  • und nicht zuständig für die Lösung persönlicher oder institutioneller Konflikte.

Sie können jedoch dabei helfen, Situationen einzuordnen, Bewältigungsstrategien zu reflektieren oder auf geeignete Anlaufstellen hinzuweisen. Für sehr allgemeine oder nicht mentorspezifische Fragen bietet sich zudem der Austausch innerhalb der Peer-Group an.

Ein grundlegendes Prinzip des Mentorings ist die Vertraulichkeit: Inhalte aus Mentoringgesprächen werden nicht nach außen getragen und bleiben innerhalb der Mentoringbeziehung.